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Die Wassersäule: passender Nässeschutz von der Regenjacke bis zum Zelt

Wie dank passendem Wert alles in trockenen Tüchern bleibt

© Klättermusen

Dieser Artikel ist Teil unserer Serie: Das 1x1 der Regenbekleidung


Wahrscheinlich kennst auch du die alte Binsenweisheit, es gäbe kein schlechtes Wetter, nur die falsche Bekleidung. Zwar ist dieser Spruch manchmal etwas nervig, doch birgt er viel Wahrheit, denn wenn es draußen regnerisch ist, schützt dich nur die entsprechende Kleidungsschicht zuverlässig vor Nässe und Kälte.

In der Regel wird die Widerstandsfähigkeit eines Kleidungsstücks gegenüber eindringendem Wasser mithilfe der sogenannten Wassersäule angegeben – doch was ist das überhaupt und welche Auswirkungen hat diese Angabe auf die Laune, mit der du am Ende eines Regentages nach Hause kommst? Hier erfährst du, was es mit der Wassersäule auf sich hat und worauf du beim Kauf von Regenjacke, Skihose oder Campingausrüstung achten solltest.


Warum die Wassersäule so wichtig ist

Ein entspannender Waldspaziergang durch den Landregen, der ambitionierte Skiurlaub mit Pulverschnee oder stürmisches Campingwochenende am See: Die Zahl der Outdoor-Abenteuer, bei denen du mit kühlem Nass in Verbindung kommen kannst, sind endlos. Damit du in keiner dieser Situationen nasse (und kalte) Füße bekommst, ist die Wassersäule ein wichtiges Kaufkriterium bei Kleidung und Ausrüstung.

Die Wassersäule unterscheidet „wasserdicht in der Theorie“ von „wasserdicht in der freien Wildbahn“. Nur weil ein Material als wasserdicht ausgeschrieben wird, heißt das noch nicht, dass du garantiert trocken bleibst – denn unter welchen Belastungen ein Stoff wie lange die Nässe draußen hält, ist ganz verschieden. Auskunft hierüber gibt die Wassersäule. Sie sollte daher ein entscheidendes Kaufkriterium sein.

Was bedeutet „Wassersäule“ und was sagt sie aus?

Die Wassersäule hat große Bedeutung, wenn du lang anhaltend trocken bleiben möchtest. Generell beschreibt die Wassersäule den Druck, den ein Textilstoff aushält, ohne dass Wasser auf die Innenseite gelangt – das heißt, sie verrät dir, welchen Belastungen ein Stoff in Bezug auf seine Dichtheit wirklich gewachsen ist.

Ein Beispiel: Ein Kind bleibt in einer Schneehose mit 4.000 mm Wassersäule bis zur letzten Schlittenabfahrt trocken, während dein Hintern in einem baugleichen Modell nass ist, bevor du dir im Schnee die Snowboardschuhe festgezogen hast. Denn eine erwachsene Person von 80 kg übt im Sitzen viel mehr Druck auf den Stoff aus als ein Kind mit 20 kg.

Deshalb hängt die benötigte Wassersäule immer vom eigenen Gewicht, vom Belastungsniveau und von den äußeren Umständen ab. Um diese Faktoren richtig einschätzen zu können, ist es allerdings von Vorteil, die Messmethoden zu kennen.

Ermittlung der Wassersäule - Erklärung
Der Wert der Wassersäule wird meistens mit der Einheit von mmWS (Säulenhöhe in Millimetern) angegeben. © Klättermusen

Wie wird die Wassersäule ermittelt?

Um die Wassersäule zu berechnen, gibt es mehrere Methoden. Allgemein wird zur Messung in einem Laborversuch der Wasserdruck auf ein Textil schrittweise erhöht – so lange, bis die ersten Tropfen bis zur Innenseite durchgepresst werden. Entscheidend ist hierbei die Zeit, die bis zum Durchdringen vergeht. Je länger der Stoff dem wachsenden Druck standhält, umso höher fällt die Wassersäule aus.

Kaufst du Produkte aus den USA, kannst du den angegebenen Wert mit dem Faktor 2–3 multiplizieren, bevor du ihn mit europäischen Werten vergleichst – denn in den USA wird ein Stoff vor dem Versuch künstlich um 5 Jahre gealtert.

Der Name Wassersäule ist deshalb wörtlich gemeint: Zur Erhöhung des Drucks wird eine leere Säule auf den Stoff gestellt und immer höher mit Wasser aufgefüllt. Die Wassersäule wird mit der Einheit von mmWS (Säulenhöhe in Millimetern) oder mWS (Säulenhöhe in Metern) angegeben. Oft finden sich auch die alternativen Bezeichnungen mH2O oder mmH2O.

1 mWS bzw. 1.000 mmWS entspricht einem Druck von knapp 0,1 bar.

Da es allerdings je nach Versuchslabor unterschiedliche Normen, Bedingungen und Messabläufe gibt, solltest du die Wassersäule mehr als groben Richtwert und weniger als exaktes Maß ansehen – wird derselbe Stoff von verschiedenen Herstellern gemessen, können die Bewertungen deutlich voneinander abweichen. Davon abgesehen fallen Bedingungen wie Luftdruck, Temperatur, Bewegungsabläufe oder Materialverschleiß in der Praxis ganz anders ins Gewicht als unter Laborbedingungen.

In Deutschland gelten Kleidungsstücke ab einer Wassersäule von 1.300 mm bereits als wasserdicht und dürfen auch so gekennzeichnet werden.

Wassersäule Regenjacke
Deine Regenjacke sollte mit einer Wassersäule von mindestens 10.000mmWS ausgestattet sein, damit sie dich trocken durch den Tag bringt. © Klättermusen

Welche Wassersäule sollte eine Regenjacke haben?

Das hängt vor allem davon ab, unter welchen Bedingungen du sie benutzt. Generell sind hochwertige Regenjacken meist standardmäßig mit 10.000 mmWS ausgestattet – das ist bereits eine sehr gute Wassersäule für eine Regenjacke zum Wandern. Auch beim Wintersport kommst du mit 10 m Wassersäule für die Skijacke gut über den Berg und die Piste.

Bist du hingegen unter extremen Umständen, mehrere Tage oder mit viel Gepäck unterwegs, darf es durchaus mehr sein: Hier sind 20.000 mmH2O empfehlenswert. Denn vor allem, wenn du einen schweren Rucksack trägst, kann der Druck auf die Schultern sehr groß werden. In diesem Fall ist eine gut ausgestattete Hardshell-Jacke die passende Wahl.

Wassersäule Zelt
Beim Zeltkauf solltest du auf die Angaben der Wassersäule von Zeltwand und Zeltboden achten. © Klättermusen

Welche Wassersäule fürs Zelt?

Beim Zeltkauf begegnet dir oft nicht nur eine, sondern gleich zwei Angaben zur Widerstandskraft: einerseits der stark belastete Zeltboden und andererseits die weniger beanspruchten Zeltwände. Damit der gesamte Zeltstoff wasserdicht bleibt, solltest du für den Boden mindestens 4.000 mmWS wählen. Für die Außenhülle reicht hingegen auch eine 3.000er-Wassersäule aus.


Einsatzgebiet und Wassersäule – ein Überblick

Hier haben wir für verschiedene Produkte die empfohlene Wassersäule als Tabelle für dich zusammengefasst:

AusrüstungEmpfohlene Wassersäule
Regenjacken (ohne Rucksack-Belastung)mind. 10.000 mmWS
Regenjacken (mit Rucksack-Belastung)mind. 15.000–20.000 mmWS
Zelte Boden / Außenhüllemind. 4.000 mmWS / mind. 3.000 mmWS
Regenhosenmind. 15.000 mmWS
Skijackenmind. 10.000 mmWS
Skihosenmind. 15.000 mmWS
Rucksäckemind. 15.000 mmWS

Ab welcher Wassersäule Equipment wasserdicht ist, hängt also entscheidend davon ab, um welche Ausrüstung es sich genau handelt. Insbesondere bei Zelten und Rucksäcken ist allerdings nicht nur der Stoff an sich, sondern auch die Konzeption wichtig: Die beste Membran wird nutzlos, wenn über undichte Nähte, Laschen oder Falten Wasser ins Innere gelangen kann.

Regenjacken mit 20.000 mmWS Wassersäule

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Zusammenhang zwischen der Wassersäule und Atmungsaktivität eines Textils
Achte beim Kauf von wasserdichter Bekleidung auch auf die Atmungsaktivität © Klättermusen

Die Beziehung zwischen Wassersäule und Atmungsaktivität

Wasserdichter Stoff mit hoher Wassersäule ist von Natur aus weniger atmungsaktiv als luftig-durchlässige Naturmaterialien. Das heißt aber nicht, dass du nun zum Schwitzen verdammt bist: Es reicht, besonderes Augenmerk auf die Angaben zur Atmungsaktivität zu legen. Hierzu geben zwei Werte Aufschluss.

Mithilfe des MVTR-Wertes wird bestimmt, wie dampfdurchlässig ein Kleidungsstück ist – je höher der Wert, umso besser gelangt der Wasserdampf von deiner Haut durch den Stoff nach außen. Als sehr atmungsaktiv gilt ein Kleidungsstück, wenn es einen Mindestwert von 10.000 g/m²/24h aufweist. Unter 3.000 g/m²/24 hingegen wird kaum oder gar kein Dampf abgeleitet.

Um übermäßiges Schwitzen zu vermeiden, müssen alle Lagen atmungsaktiv sein – aber nur die oberste wirklich wasserdicht.

Der ebenfalls oft verwendete RET-Wert wird in Zahlen von 20 bis 0 angegeben. Hier solltest du auf einen möglichst geringen Wert von 0 bis 6 achten, denn in diesem Bereich werden Textilien als besonders atmungsaktiv eingestuft. Werte von 6 bis 10 sind aber immer noch ausreichend, wenn du normalen Aktivitäten wie Spaziergängen oder moderaten Wanderungen nachgehst.

Um die Atmungsaktivität optimal zu erhalten, solltest du auch Outdoor- und Funktionskleidung regelmäßig nach der Pflegeanleitung waschen. So werden die Poren von Hautfett, Schweiß oder Staub befreit.

Auf diese Schwachstellen solltest du achten

Ob Kleidung oder Equipment: Die allermeisten verarbeiteten Textilien weisen Bereiche auf, die anfälliger für eindringendes Wasser sind als andere – doch bereits undichte Nähte oder wenige Zentimeter beschädigte Membran reichen aus, damit du dich trotz hoher Wassersäule unwohl und klamm fühlst oder der Rucksackinhalt nass wird. Achte deshalb bei Regen- und Schneebekleidung auch auf diese Schwachstellen:

  • Alle Nähte & Reißverschlüsse sollten versiegelt / getapt / verklebt sein
  • Eine Windschutzleiste am Front-Reißverschluss schützt zusätzlich
  • Regenjacken sollten auf die Rucksackbelastung ausgelegt sein
  • Achte ggf. auf Extra-Schnee- oder Regenschutz an Ärmeln & Beinen

Um dein Equipment und die Wassersäule dauerhaft in Top-Zustand zu halten, kannst du DWR-Beschichtungen und Imprägnierungen regelmäßig auffrischen. Hierzu eignen sich einerseits Waschmaschinenimprägnierer, die mit der Ausrüstung in die Wäsche gegeben werden, andererseits kannst du aber auch Imprägnierspray oder Spezial-Wachs verwenden. Achte hierbei immer genau auf die jeweiligen Pflegeanweisungen, um das bestmögliche Ergebnis zu erzielen und die Membrane nicht zu beschädigen.


Die Wassersäule bei GORE-TEX-Produkten

Wenn du wasserabweisende und gleichzeitig atmungsaktive Kleidung suchst, kommst du am Namen GORE-TEX kaum vorbei: Die spezielle Membran ist mit Poren versehen, die groß genug für Wasserdampf, aber zu klein für Regentropfen sind. Das Ergebnis: Die durch die Körperwärme erhitzte und feuchte Luft gelangt nahezu ungehindert nach draußen – aber das Wasser in Reinform kommt nicht hinein.

Wasserdichte GORE-TEX-Produkte erkennst du immer am schwarzen Markenlogo – die mit weißen Etiketten hingegen sind nicht wasserdicht.

GORE-TEX-Textilien sind deshalb auch mit hoher Wassersäule und trotz winddichter Funktion besonders atmungsaktiv. Mit verschiedenen Produktkategorien werden unterschiedliche Zielgruppen angesprochen. So sind Leistungssportler mit wenig Gepäck am besten in der GORE-TEX-Active-Reihe aufgehoben, während Gore-Tex Pro besonders hohe Widerstandskraft und Strapazierfähigkeit bietet. Die Marke stellt dir mehrere Produktkategorien zur Verfügung:

  • GORE-TEX: klassische, preisgünstigste Standard-Membran
  • GORE-TEX Active / Shakedry: leicht & besonders atmungsaktiv
  • GORE-TEX Pro: strapazierfähig & robust für gehobene Ansprüche
  • GORE-TEX Paclite: besonders kleines & leichtes Packmaß

Die Wahl der Produkte sollte also vor allem davon abhängen, was du mit deiner Ausrüstung vorhast und welche Funktionen dir dabei besonders wichtig sind. Sei dabei auch ehrlich zu dir selbst, denn nicht immer bringt eine Top-Ausstattung dir den entscheidenden Vorteil: Bei einer Halbtages-Tour mit leichten Regenschauern hält ein Standard-Modell ebenso trocken wie die High-End-Expeditions-Ausstattung mit 30.000er-Wassersäule.

Membrane liegen generell unter der obersten Stoffschicht. Um sogenanntes Wetting-out (also das Vollsaugen der Außenschicht) zu vermeiden, hilft eine DWR-Imprägnierung mit Abperl-Effekt.

Natürlich musst du für eine gute Kombi aus Atmungsaktivität und hoher Wassersäule nicht zwingend auf GORE-Produkte zurückgreifen, denn mittlerweile machen einige andere Marken dem Primus durchaus Konkurrenz: Beliebte wasserfeste Alternativen sind beispielsweise die porenlosen Klima-Membranen von Dermizax oder die umweltfreundliche PFC-freie und dabei besonders packtaugliche Sympatex -Membran.


Auf einen Blick: Das gilt es bezüglich der Wassersäule zu beachten

  • Wähle die Wassersäule passend zu Aktivität, Belastung und Wetter
  • Je höher die Belastung, umso höher muss die Wassersäule sein
  • Achte auch auf Schwachstellen wie Nähte oder Reißverschlüsse
  • Hohe Atmungsaktivität wie bei GORE-TEX-Membranen ist besonders wichtig
  • Regelmäßiges Waschen und Nachimprägnieren erhält den Nässeschutz langfristig

Fazit: Die bedarfsorientierte Auswahl ist der Schlüssel

Die Wassersäule entscheidet maßgeblich darüber, ob und wie lange du bei Regen oder Schnee trocken bleibst. Sie wird in mmWS oder mWS angegeben – je höher der Wert, umso höher ist auch die Widerstandskraft gegen Wasser. Die passende Regenausrüstung mit optimaler Wassersäule zu finden, kann besonders Outdoor-Einsteiger*innen leicht überfordern. Stimmst du dein Equipment allerdings genau auf den beabsichtigten Einsatzbereich und deine persönlichen Bedürfnisse ab, findest du schnell den idealen Begleiter durch stürmische und regnerische Zeiten – damit dich in Zukunft kein Wetter je kleinkriegt.