Der West Highland Way in Schottland

Der West Highland Way in Schottland


Der West Highland Way hat den Ruf des schönsten britischen Fernwanderweges. Der gut besuchte ca. 154 km lange Weg ist der erste offizielle Fernwanderweg Schottlands und wurde nach langer Planung im Jahr 1980 eröffnet. Er führt den Wanderer von Milngavie im Norden von Glasgow bis nach Fort William am Loch Linnh. Unsere Kollegin Patricia hat den Klassiker dieses Jahr selbst entdeckt und möchte euch hier mit auf eine Entdeckungstour nach Schottland nehmen.

Der West Highland Way beginnt in den Lowlands und führt den Wanderer am Loch Lomond, dem größten See Schottlands, in die Highlands. Auf diesem Weitwanderweg quer durch Schottland kann man die Natur des Landes im Kleinen erfassen und eine Ahnung davon bekommen, welche Schönheiten das Land zu bieten hat. Verzauberte Wälder, verwunschene Moore, glitzernde Seen, steinige Gipfel und immer die Geschichten von Rob Roy MacGregor und Robert the Bruce in den Ohren. Einen kleinen bildhaften Einblick in meine Erlebnisse auf dem West Highland Way habe ich euch hier zusammengefasst.


Tag 1 von Milngavie nach Drymen

Von Milngavie im Norden von Glasgow starteten wir unsere 7-tägige Wanderung durch Schottland. Alba, wie es auf schottisch-gälisch genannt wird, empfängt uns grün und sonnig. Die Landschaft ist durchzogen von Schafweiden, Ginsterbüschen und seltenen Farmhäusern. Ständige Begleiter unserer Wanderung sind unsere großen Trekkingrucksäcke wie bspw. von Deuter, die die vollen 154 km auf unseren Schultern sitzen werden. Natürlich ist bei unserer Tour auch der Besuch in einer der zahlreichen Destillieren des Landes Pflicht. Kurz vor der kleinen Ortschaft Drymen, nach ca. 19 km Weg, bezogen wir auf einem kleinen Zeltplatz unser erstes Quartier.


Tag 2 von Drymen Camping nach Sallochy Camping

Weitere 23 km führt uns der Weg nun an den größten und wohl schönsten See Schottlands – den Loch Lomond. Stetig bergauf müssen wir aber zuerst den Conic Hill überqueren, um einen Blick auf den See zu erhalten. Hier kann man gut die Highland Boundary Fault erkennen, die geografische Grenze von Low- und Highlands – die, wie an einer Kette aufgereihten Inseln im Loch Lomond. Direkt am See bezogen wir im Sallochy Campsite wieder unser Zelt. Mit dabei hatten wir das ultraleichte Campz Lacanau UL 2P Zelt, dass auf Herz und Nieren getestet wurde. Bei dem Gewicht unschlagbar, hat es uns die Zeit perfekt begleitet und uns stets eine geruhsame Nacht beschert.


Tag 3 von Sallochy nach Inverarnan

Nach einer verregneten Nacht machten wir uns erst spät auf unsere 25 Kilometer lange Tour. Auf dieser Etappe bietet der West Highland Way eine alternative Route. Wir entschieden uns gegen den etwas höher gelegenen Forstweg und liefen auf schmalen Pfaden nah entlang der Küste. Der Uferweg führte uns, mit zum Glück gut eingelaufenen Wanderschuhen, bergauf und bergab über Stock und Stein, immer nah am Wasser. Hier entdeckten wir auch Rob Roys Cave und Rob Roys Höhle und hatten somit auch etwas schottische Geschichte auf dem Tagesplan.


Tag 4 von Inverarnan nach Tyndrum

Strahlender Sonnenschein und eine wundervolle Landschaft begleiten uns auf dieser Etappe. Jetzt sind die Highlands nicht mehr zu leugnen. Wir sind nun endlich in den Bergen angekommen und genießen den Blick mit jedem Schritt. Kurz vor dem kleinem Ort Tyndrum beziehen wir unser Zelt auf einem Campsite und lassen den Tag Revue passieren.


Tag 5 von Tyndrum nach Inveroran Hotel

Lediglich 15 Kilometer über breite Schotterwege führte uns der West Highland Way an diesem Tag durch die Highlands. Die Landschaft hatte sich zu dem verwandelt, was man sich von Schottland wünscht. Hügel in fluffigem Moos, Nebel verhangene Gipfel und leichter Niesel empfingen uns auf den letzten Kilometern. Unsere Etappe endete in Inveroran Hotel, was eigentlich nur aus dem B&B und einem Farmhaus besteht. Hier stärkten wir uns im Pub und schlüpften dann zufrieden und umgeben von Bergen in unsere Schlafsäcke.


Tag 6 von Inveroran Hotel nach Kinlochlevan

30 Kilometer pure Highlands nahmen wir am 6. Tag unserer Wanderung unter die Füße. Von Inveroran Hotel über Kingshouse Hotel bis nach Kinlochlevan stiegen wir ca. 2,5 Stunden aus dem Tal auf in die Highlands, um einen wunderbaren Blick auf Loch Tulla und die Berge zu genießen. Wie immer mit dabei, meine Wanderstöcke von LEKI. Nach Kingshouse Hotel liefen wir durch das Moor, um dann wieder auf eine Passhöhe aufzusteigen, von der aus wir bis zum Ben Nevis, dem höchsten Berg Großbritanniens blicken konnten.


Tag 7 von Kinlochlevan nach Fort William

Den letzten Tag auf unserem West Highland Way begannen wir erst spät nach einem ausgiebigen Frühstück. Als eine der Letzten verstauten wir unser Zelt und das restliche Hab und Gut in unseren Rucksäcken und machten uns auf den Weg nach Fort William, dem Ziel unserer Wanderung. Breite Militärwege führten uns die verbliebenen 24 km zurück in die Zivilisation. Doch vorher konnten wir noch die Schönheiten Schottlands in vollen Zügen genießen, inklusive Bergen, Ruinen und Schafen. Im Zentrum der Stadt Fort William beendeten wir offiziell unseren Weg mit dem obligatorischen Erinnerungsfoto.


Karte des West Highland Way

Der West Highland Way erstreckt sich über eine Länge von 154 km von Milngavie bis Fort William und bietet dabei eine große Vielfalt an Landschaften, von Naturparks über Seen und Moorgebiete bis hin zu steilen Bergen.

In der Regel wird die Strecke von Süden nach Norden zurückgelegt, wobei der Gedanke dahinter ist, dass die südlichen Etappen einfacher sind und dich auf die anspruchsvolleren nördlichen Etappen vorbereiten.

Du kannst dir die GPS-Trackdaten für deine App oder dein GPS-Navigationsgerät herunterladen, indem du auf den Button klickst.

GPX-Datei West Highland Way






West Highland Way Route und Streckenabschnitte


Etappe Route Entfernung Höhenprofil Terrain
Etappe 1 Milngavie - Drymen 19 km 19 - 140 m Ein relativ einfacher Beginn des Wanderweges auf Hügel, Felder und Weideland ohne größere Steigungen.
Etappe 2 Drymen Camping - Sallochy Camping (kurz vor Rowardennan) 23 km 9 – 325 m Die meisten Wegesind gut begehbar, können aber an manchen Stellen hügelig sein. Es gibt einige schmale Wege am Straßenrand, aber hauptsächlich Pfade am Ufer, sobald du Balmaha verlassen hast. Der einzige größere Aufstieg ist der Abschnitt der Route über den Conic Hill bei Balmaha.
Etappe 3 Sallochy - Inverarnan 25 km 7 - 105 m Dieser Abschnitt beginnt auf einem Forstweg, der dem östlichen Ufer des Loch Lomond folgt, und wird durch gelegentliche Abschnitte auf einem steinigen Pfad mit Felsen und Geröll immer rauer.
Etappe 4 Inverarnan - Tyndrum 20 km 17 - 336 m Die Pfade sind hauptsächlich gut begehbar, wobei ein Großteil der Strecke aus einer alten Militärstraße mit leichten Hügeln besteht. Der letzte Abschnitt nach Tyndrum bietet eine spektakuläre Aussicht auf die Berge bietet.
Etappe 5 Tyndrum - Inveroran Hotel 15 km 157 – 329 m Der Weg ist durchgehend gut begehbar mit einigen wenigen Steigungen und Gefällen. Gleichzeitig kannst du in tiefe Schluchten und eine beeindruckene Berglandschaft eintauchen.
Etappe 6 Inveroran - Kinlochleven 30 km 5 – 551 m Der Weg führt dich entlang der alten Parlamentsstraße ist gut begehbar, aber das Rannoch Moor ist sehr unwegsam und kann bei schlechtem Wetter recht knifflig sein. Auch den Moorabschnitt vor Kinlochleven solltest du gerade bei schlechtem Wetter nicht unterschätzen.
Etappe 7 Kinlochlevan - Fort William 24 km 5 – 336 m Steiler Aufstieg aus Kinlochleven. Der Weg von Lundavra nach Glen Nevis ist hügelig, bevor er auf asphaltierten Straßen in Fort William endet.

West Highland Way - Häufig gestellte Fragen (FAQ)


Wie lange dauert eine Wanderung auf dem West Highland Way?

Im Durchschnitt dauert es sechs bis sieben Tage, um den 154 km langen West Highland Way zu wandern, was ihn ideal für einen einwöchigen Urlaub macht. Je nach gewünschter Reisezeit kann der Fernwanderweg aber auch in mehr als sieben Etappen unterteilt werden. Alternativ kannst du natürlich auch nur einen Streckenabschnitt abwandern.


Was ist die beste Reisezeit für eine Wanderung auf dem West Highland Way?

Der Wanderweg kann zu jeder Jahreszeit begangen werden – im Frühling und Herbst ist die Natur in Schottland besonders schön. Der Mai ist der beliebteste Monat für Wanderungen auf dem West Highland Way: dann ist die Landschaft durch die blühenden Ginster Büsche besonders malerisch. Außerdem schlummern im Mai noch die sogenannten „Midges“, kleine Stechmücken, als Larven im Moor. Diese werden im Sommer zu kleinen Plagegeistern. Im Juni beginnen die Ferien in Schottland, im Juli und August ist Hochsaison. Daher lohnt es sich, Unterkünfte im Voraus zu buchen und die Wanderung nicht an einem Samstag zu beginnen.


Wie fit muss ich für eine Wanderung auf dem West Highland Way sein?

Schottlands Fernwanderweg wird als moderat eingestuft. Einige Auf- und Abstiege sind herausfordernder als andere, da du teilweise auf unbefestigtem und felsigem Gelände läufst. Pro Tag legst du Strecken zwischen 15 und 24 km zurück, wobei die tägliche Wanderzeit 8 bis 15 Stunden beträgt. Gute Grundkondition und Wandererfahrung sind somit erforderlich.


Ist Wildcampen auf dem West Highland Way erlaubt?

Nach dem Scottish Outdoor Access Code ist Wildcampen erlaubt. Allerdings gelten innerhalb des Nationalparks Loch Lomond & The Trossachs zwischen März und September Campingverbote, um Übernutzung zu vermeiden. Weitere nützliche Informationen zu Wildcampen in Schottland findest du auf der Website Scottish Outdoor Access Code.


Ich habe gehört, dass die schottischen Mücken wirklich lästig sind. Was kann ich gegen sie tun?

Midges sind kleine Stechmücken, die gerade einmal zwei Millimeter groß werden. Sie sind besonders zahlreich im Westen Schottlands, den Highlands zu finden, da sie es feucht und warm mögen. Besonders häufig treten sie in den Monaten Juni bis August auf und sind gerne bei Morgen- und Abenddämmerung sowie geringem Wind aktiv. Die Mücken übertragen zwar keine Krankheiten, ihre Bisse können jedoch unangenehm jucken. Es empfiehlt sich daher, Mückenschutzmittel zu verwenden und ein Mückenschutznetz zu tragen. Auf der Seite smidge kannst du dich über Mückenvorhersagen informieren.