Wanderkarten lesen

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Tourenplanung und Orientierung mit Wanderkarten

Text: Martina Domnick, Illustration: Carolin Sauder

Smartphones, GPS-Uhren und andere Gadgets sind kaum noch wegzudenkende Begleiter auf unseren Wanderungen. Sie sind wichtig für Notfälle, erleichtern die Orientierung und vereinen unzählige Funktionen im handlichen Format. Aber für die Tourenplanung sind Bildschirme nur bedingt brauchbar. Hier sind die scheinbar altmodischen Wanderkarten eine nützliche Ergänzung.

Anstatt alleine auf einem kleinen Bildschirm hin- und herzuwischen, kannst du eine Wanderkarte ausbreiten und den Pfad gemeinsam mit Freund*innen und Familie besprechen, Details hervorheben und die geplante Route markieren. Wenn du dich bei der Planung nicht blind auf ein Gerät verlässt, kannst (und musst) du deine Route aktiv planen und entdeckst dabei interessante Punkte abseits des üblichen Weges. Ausserdem übst du, Entfernungen und Höhen anhand der zweidimensionalen Darstellung abzuschätzen, was dein räumliches Denken schult und es dir ermöglicht, dich bewusst auf den Weg und das Wandererlebnis einzustellen.

Einmal gut studiert, passt eine Wanderkarte auch in jeden Wanderrucksack. Wenn du andere Wandergruppen auf dem Weg triffst, macht es Spass, über eine Karte gebeugt Erfahrungen auszutauschen und Geschichten vom Trail zu erzählen. Karten bieten also auch immer Gesprächsstoff. Ausserdem sind sie in der Regel reiss- und wetterfest, sodass sie dich nicht im Stich lassen, selbst wenn sie mal nass geworden sind und immer wieder unterschiedlich gefaltet werden.

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Richtig Kartenlesen

Wanderkarten enthalten Informationen in Hülle und Fülle, aber manches ist auf den ersten Blick schwierig zu interpretieren: Massstab und Ausrichtung, unzählige Linien – gestrichelt, gepunktet, nummeriert – sowie farbliche Abstufungen und Symbole. Es lohnt sich, wenn du dir bei der Planung viel Zeit nimmst, diese Details genau zu studieren und richtig zu interpretieren.

Am Rand der Karte befindet sich das Kartengitter, das auch bei der grossflächigen Orientierung helfen kann. Du kannst abschätzen und vergleichen, wie weit die Strecke auf dem Luftweg ist und wo sich wichtige Punkte und andere Wanderwege befinden. Wenn die Karte allerdings so gefaltet ist, dass nur die momentan für dich interessante Route aufgeschlagen ist, richtest du dich eher nach den Einzelheiten auf der Karte.

Entfernungen einzuschätzen, mag beim Kartenlesen zunächst verwirrend erscheinen. Die meisten Wanderkarten verwenden einen Massstab zwischen 1:25.000 und 1:50.000. Bei 1:30.000 entspricht zum Beispiel 1 cm auf der Karte einer Entfernung von 30.000 Zentimetern – also 300 Metern. Mit einem Grashalm, Faden oder sogar einem Haar lässt sich die Entfernung auf der Karte auch relativ genau messen. Wenn du exakt wissen möchtest, wie weit das auf dem tatsächlichen Wanderpfad ist, heisst es Schritte messen, zählen und rechnen. Aber das ist in der Regel nicht nötig, denn es reicht, wenn du weisst, wann in etwa Kurven, Abzweigungen und interessante Punkte zu erwarten sind.

Zusätzlich zum Massstab ist es nämlich auch wichtig zu beachten, wie steil der Pfad ist, denn dadurch wird die tatsächliche Entfernung, die zurückgelegt werden muss, natürlich länger (und mühsamer). Auf der Karte sind Höhenunterschiede durch Höhenzahlen, Höhenlinien und Schummerungen gekennzeichnet. Die Höhenzahlen sind im Verhältnis zum Meeresspiegel angegeben und kennzeichnen normalerweise markante Wegpunkte. Darüber hinaus geben Höhenlinien und Schummerungen detailliertere Auskunft über die jeweilige Steigung im Gelände. Je näher die braunen Höhenlinien beieinander liegen, desto steiler ist der Anstieg. Gleiches gilt, je dunkler die Schummerung ist.

Darüber hinaus sind Wanderkarten von verschiedenen Herausgebern unterschiedlich gestaltet. Jede Karte hat eine Legende an der Seite, die die einzelnen Linien, Farben und Symbole erläutert. So findest du auch Schutzhütten, Parkplätze, Klettersteige und Seilbahnen – eigentlich alles, was auf Wanderungen interessant sein könnte.

Markierte Wege sind oftmals rot gekennzeichnet, wobei durchgezogene Linien befestigte Wanderwege kennzeichnen, gestrichelte Linien für Pfade stehen, die weniger befestigt sind, und gepunktete Linien kleinere Wandersteige und schwierige Pfade anzeigen. Grüne Flächen markieren Wälder und Vegetation, blau zeigt Gewässer und grau Geröll und Felsen an. Siedlungen, Orte und einzelne Gebäude werden nicht massstabsgetreu, sondern in der Regel durch Piktogramme dargestellt. Für den Notfall ist es besonders wichtig, dass du deinen Standort für Rettungskräfte genau beschreiben kannst.

Anders als ein Smartphone richtet sich die Karte während der Wanderung nicht automatisch aus oder sagt dir, wie weit es noch bis zum Ziel ist. Daher ist es wichtig, die Himmelsrichtung zu erkennen und Entfernungen abzulesen, damit du dich nicht verläufst. Auf vielen Wanderkarten ist Norden oben, aber manchmal ist die Himmelsrichtung auch an der Seite mit einem Kompass ausgewiesen. Für eine grobe Orientierung hilft es, sich daran zu erinnern, dass die Sonne östlich aufgeht, zum Mittag nach Süden zeigt und im Westen untergeht. Mit einem Kompass kannst du die Himmelsrichtung genauer bestimmen, indem du die Nadelmarkierung auf Norden ausrichtest.

Wanderwege erkennen und Wegweiser richtig deuten

Auch ohne Karte ist es nicht schwierig, einschlägige Wanderwege zu erkennen. In der Schweiz und Österreich kannst du sie durch ihre einheitlich gelbe Beschilderung leicht identifizieren. Obwohl manche Wanderrouten in Deutschland auch gelb beschildert sind, gibt es hier keinen einheitlichen Standard. Trotzdem sind bekannte Wanderwege und interessante Wegpunkte in der Regel gut ausgeschildert.

Anstatt nur auf Kilometerangaben zu setzen, geben viele Wanderwegweiser stattdessen die erwartete Wanderdauer, zurückzulegende Höhenmeter und/oder markante Punkte auf dem Weg an. Zwar hängt die Dauer stark von deiner persönlichen Geschwindigkeit oder der deiner Gruppe ab, aber diese Angaben bieten dennoch nützliche Anhaltspunkte.

Um die Schwierigkeit der Route zu bewerten, hat sich im alpinen Bereich vielerorts die SAC-Wanderskala des Schweizer Alpen-Clubs durchgesetzt: leichte Wanderungen (T1) sind blau oder gelb markiert, Bergwanderungen (T2) sind rot oder weiss-rot-weiss markiert, anspruchsvolle Bergwanderungen (T3) sind schwarz oder weiss-rot-weiss markiert und darüber hinaus gibt es alpine Routen (T4-T6).

Allerdings gibt es keine international einheitliche Kennzeichnung für Wanderrouten. Daher lohnt es sich, diese im Vorfeld einer Reise zu erfahren. In Norwegen zum Beispiel erkennt jedes Kind die roten T’s, die an Bäumen und Felsen Wanderpfade markieren. Obwohl es zwischendurch keine Entfernungsangaben gibt, ist es immer gut zu wissen, dass du in jedem Fall noch auf dem richtigen Weg bist.

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Bewusste Orientierung für aktives Wandern

Mit diesen Tipps kannst du dich auf deiner nächsten Wanderung vielleicht sogar ohne GPS und Smartphone behaupten. Es lohnt sich auch, eine Wanderkarte für die eigene Region zu haben. Damit wirst du mit Sicherheit noch neue interessante Wanderziele ganz nah, vor deiner eigenen Haustür entdecken.

Wie du siehst, gehört eine Wanderkarte in jeden Rucksack und zur aktiven Tourenplanung dazu. Zumindest ergänzt und bereichert sie dein Wandererlebnis. Ausserdem können reale Karten (anders als Smartphone-Routen oder GPS-Koordinaten) auch ein nettes Mitbringsel und Teil eines Erinnerungsalbums werden. Viel Spass bei deiner nächsten Wanderung!

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