Seacell – die innovative Faser aus dem Meer

Seacell – die innovative Faser aus dem Meer

Seacell

Die innovative Faser aus dem Meer

© Jeremy Bezanger, Unsplash

Nachhaltigkeit und Umweltschutz haben an Bedeutung stark zugenommen, und zwar nicht nur bei Outdoor-Fans. Fasern aus Naturprodukten haben dabei einen großen Vorteil: sie wachsen nach. Hier kommt Seacell ins Spiel, denn die Faser, die aus nachhaltig geernteten und verarbeiteten Algen hergestellt wird, ist nicht nur umweltfreundlich. Mit ihr kann man robuste Kleidung herstellen, die sogar die Haut pflegt.

Seacell Stoff
© Divazus, Unsplash

Was ist Seacell?

Seacell heißt wörtlich übersetzt: Meereszelle. Gemeint sind damit Algen, die wie Gras am Meeresgrund wachsen. In der Kosmetikindustrie kennt man den Wert von Algen schon länger. Hier weiß man, dass Produkte mit Algen pflegend und wohltuend für die Haut sind.

Rund um den Globus gibt es viele Arten von Algen, das macht die Beschaffung einfach. Seacell ist ein eingetragener Markenname der Firma smartfiber AG. Sie hat ihren Sitz in Deutschland. Das Unternehmen baut die Alge mit dem Namen Ascophyllum nodossum an. Diese Alge ist auch bekannt als Knoten Tang. Man findet diese Algenart in den dünn besiedelten Fjorden Islands, wo es weder Abfälle noch Verschmutzung durch den Verkehr von Schiffen gibt. Die Algen für die Produktion der neuartigen Faser stammen nur aus kontrolliert ökologischem Anbau.

Seacell: die Produktion der Faser

Bei der Ernte der Algen vom Meeresboden achten die Firmen darauf, dass sie schonende Methoden anwenden. Dazu werden die Algen bei der Ernte nur oberhalb ihrer Wurzeln abgeschnitten. Das fördert die Regeneration, weil es ein neues Austreiben der Pflanze möglich macht. Bei diesem Verfahren bleiben die Algen unbehandelt und der gesamte ökologische Wert bleibt erhalten.

Nach der Ernte muss man die Algen zuerst gründlich waschen. Danach werden sie getrocknet, bevor sie zuerst grob zerkleinert und dann sorgfältig gemahlen werden. Nun erst können sie in die Zellulosefaser eingebracht werden. Das Unternehmen smartfiber benutzt dabei eine Methode zur Produktion, die keine Chemikalien freisetzt.

Das besondere hier ist, dass die Faser somit nicht einfach nur aus Seegras besteht. Ihr Verfahren zur Herstellung ist dem von Kunstfasern wie der Viskose sehr ähnlich. Seacell Fasern bestehen aus Holz-Zellulose, wobei der Anteil der Algen 19 % beträgt.

Der Prozess beginnt mit der Gewinnung von Zellstoff aus Holz. Nach der Herstellung der Zellulose wird der gemahlene Seetang in einen flüssigen Zustand gebracht und erst dann in die Mischung eingebracht. Auf diese Weise bleiben die Merkmale der Algen bei der Herstellung von Seacell Fasern erhalten.

Herstellung der Seacell Faser
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Wie nachhaltig ist Seacell?

Naturfasern oder natürliche Materialien sind nicht zwangsläufig nachhaltig. Entscheidend ist die Herstellung der Fasern. Leder zum Beispiel ist auch ein natürliches Material und biologisch abbaubar. Für die Produktion benötigt es aber Chemikalien, was die Umwelt belastet. Zudem beanspruchen Tiere viele natürliche Ressourcen wie Wasser und Land.

Das Verfahren zur Herstellung der Seacell Faser ist innovativ und nachhaltig. Entsorgung von Chemikalien fällt weg, da keine freigesetzt werden. Sowohl die Algen als auch das Holz sind umweltfreundlich. Die Fasern sind natürlich und zu 100 % biologisch abbaubar. smartfiber hat für das Verfahren zur Herstellung von Seacell sogar eine Auszeichnung erhalten. Und zwar den europäischen Umweltpreis in der Kategorie „Nachhaltige Technologien“.

Die Faser an sich ist also 100 % pflanzlich. Sie ist biologisch abbaubar und entspricht der OEKO-TEX Klasse 1 für nachhaltige Verfahren bei der Herstellung. Seegras ist eine natürlich vorkommende Ressource in unseren Gewässern. Sie wird mit speziellen Techniken und Maschinen geerntet. Das Wohlergehen des Ökosystems ist somit gewährleistet. Besteht der Stoff aus 100 % pflanzlichen Fasern mit Standard Seacell Fasern, ist er für die Umwelt absolut unbedenklich und nachhaltig.

Seacell und ihre Vorteile

Die Rohstoffe für die Herstellung schonen Ressourcen, da sie nachwachsen. Aber die Fasern haben noch weitere positive Effekte.

Seacell ist perfekt zum Wandern
© ben o'bro, Unsplash

Maximaler Komfort

Gewebe aus Seacell Fasern bieten dem Träger einen hohen Komfort. Die Fasern sind weich und wirken beruhigend auf die Haut. Die Faser verleiht zudem anderen Garnen ein seidiges und auch flauschiges Gefühl. Meeresalgen sind nicht nur reich an Vitaminen und Spurenelementen, sie enthalten auch viele Mineralien. Sie haben zudem einen hohen Anteil an Antioxidantien. Das trägt zur Aktivierung und Regeneration unserer Zellen bei. Seacell Kleidung kann auch Juckreiz und Entzündungen lindern, was besonders Outdoor-Bekleidung zugutekommt.

Mischungen mit anderen Fasern

Seacell Fasern lassen sich leicht mit anderen Fasern mischen, und zwar sowohl mit natürlichen als auch künstlichen. Das macht die Fasern noch besser, weil es die positiven Effekte beider verstärkt. Mischt man die Faser zum Beispiel mit Baumwolle entsteht ein Stoff, der vor allem in den warmen Monaten oder beim Sport einen höheren Komfort bietet.

Ein atmungsaktives Leichtgewicht

Stoffe aus Seacell Fasern sind atmungsaktiv und leicht. Die Fasern sind auch saugfähiger als Baumwolle, sie können Schweiß viel besser aufnehmen. Das macht die Fasern zu einem beliebten Material für Sport- und Aktivbekleidung.

Wofür wird Seacell verwendet?

Die Eigenschaften von Seacell mit ihren ökologischen Vorteilen machen die Faser sehr begehrt. Da sie sich leicht mit jeder anderen Faser verarbeiten lässt, ist sie universell einsetzbar. Daher ist es nicht verwunderlich, dass die Outdoor Industrie sie immer mehr in ihre Kollektionen aufnehmen. Zurzeit findet man die Faser vor allem in Seacell Kleidung. Die Faser ist aber auch für Heimtextilien wie Handtücher oder Bettwäsche durchaus geeignet.

Seacell Kleidung: für ein großes Wohlbefinden

Die Fasern eignen sich sowohl für Kinderkleider, Loungewear als auch für Unterwäsche. Die Weichheit und Atmungsaktivität des Materials ist aber auch perfekt für Sportkleidung. Sei es für draußen beim Laufen oder Wandern oder drinnen beim Yoga. Outdoor-Marken schätzen die positiven Merkmale der Seacell Fasern. Sie wollen zur Umwelt und Natur Sorge tragen und einen Beitrag leisten. Hier findest du nochmals die tollen Merkmale von Seacell Kleidung aufgelistet:

  • Beim Tragen wird dein Körper revitalisiert und gleichzeitig gepflegt.
  • Der Stoff leitet die Feuchtigkeit vom Körper weg und hält dich auch bei Hitze kühl.
  • Die natürlichen Mineralien in den Algen schützen dich vor der Sonne.
  • Sie sind mit Anti-Odor Technologie ausgestattet.
  • Die Faser ist zu 100 % kompostierbar.

Nur für warme Kleidung für den Winter sind die Fasern nicht optimal, weil sie zu leicht sind.

Wie pflegt man diesen Stoff?

Die Faser zeichnet sich durch hohe Haltbarkeit aus. Sie ist auch im nassen Zustand stark, du kannst sie beliebig oft in der Maschine waschen. Stoffe für Seacell Kleidung bestehen aber meist aus mehreren Fasern. Ein Blick auf die Etikette für die Pflege ist deshalb wichtig. Dort findest du auch Hinweise über die genaue Zusammensetzung und kannst sehen, wie hoch der Anteil von Seacell Fasern ist. Folge unbedingt den Tipps zur Pflege, damit du lange Freude an deinem Kleidungsstück hast.

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