Spurlos in der Natur unterwegs: Nachhaltig Wandern

Spurlos in der Natur unterwegs: Nachhaltig Wandern

Auf ihrem Blog Little Red Hiking Rucksack erzählt Anne von ihren Wanderungen in die Natur. Nachhaltigkeit spielt dabei eine große Rolle für sie. Daher hat sie hier einige Tipps zusammengestellt, auf die sie bei ihren Ausflügen achtet. Denn Wandern ist in vielerlei Hinsicht eine Aktivität, bei denen wir am wenigsten auf die Natur einwirken, wenn wir uns richtig verhalten.

Was "spurlos unterwegs" beim Wandern für mich bedeutet

Bei dem großen Thema Nachhaltigkeit beim Wandern geht es für mich nicht nur darum, dass man seinen Müll von der Tour wieder mit nach Hause nimmt oder im nächsten Mülleimer statt hinter dem erstbesten Busch entsorgt. Es geht für mich auch und vor allem darum, sich mit der Natur zu beschäftigen und sie besser kennenzulernen. Denn was man liebt und kennt, dem schadet man nicht so einfach. Dabei sollte uns eines immer bewusst sein: Wir sind nur Gäste im Lebensraum von Tieren und Pflanzen und sollten uns auch als solche benehmen.

Dabei ist Wandern selbst schon eine der nachhaltigsten Möglichkeiten, draußen aktiv zu sein. Der sanfte Natursport braucht nur wenig spezifische Infrastruktur und ist quasi überall und für jeden möglich. Gerade in letzter Zeit ist genau deshalb das Wandern beliebter denn je, was es noch wichtiger macht, immer wieder sanfte Hinweise zum umweltverträglichen Verhalten in der Natur zu geben.

Der ständig erhobene Zeigefinger bringt hier meiner Meinung nach langfristig wenig. Vielmehr müssen die Menschen animiert werden, die faszinierenden Wunder der Natur zu erkennen und zu lernen, dass wir alle unseren Beitrag für deren Erhalt leisten können. Es gibt schon viele tolle und wertvolle Projekte z.B. von Nationalparks, dem Alpenverein und kleineren Organisationen, die besonders auf Umweltbildung setzen und so kleine und große Menschen für ihre Umgebung sensibilisieren.

Praktische Tipps für naturverträgliches Wandern

1

Einfach mal von der Haustür los

Zum Wandern musst du nicht immer erst ins Auto steigen. Warum nicht einfach mal aus der Haustür raus und einfach loslaufen. Damit du nicht gewohnheitsmäßig die immer gleichen Wege geht, kannst du dir vorher ein kleines Muster für eine spontane Entdeckungstour überlegen. Zweimal links, einmal rechts, einmal links, zweimal rechts und so weiter. So strickst du dir deine ganz eigene Route und bewegst dich auf Pfaden, die du vielleicht schon lange nicht mehr gegangen bist. Ganz sicher findest du so auch in deiner nächsten Umgebung die eine oder andere Überraschung am Wegesrand.

2

Neue Ausrüstung bewusst kaufen

Welche Marke? Welches Modell? Welche Farbe? Tausend Fragen kommen dir in den Kopf, wenn du neue Kleidung oder Ausrüstung zum Wandern kaufen möchtest. Doch die wichtigste Frage ist eine ganz andere: Brauche ich das wirklich? Zwar gibt es mittlerweile besonders im Outdoorbereich sehr viele Firmen, die nachhaltig produzieren und ihre Waren z.B. aus recycelten Materialien herstellen. Am nachhaltigsten aber ist es immer noch, so wenig wie möglich zu konsumieren. Frage dich also, ob du das neue Teil wirklich ganz dringend benötigst, oder ob du nicht vielleicht doch deine alte Fleecejacke nochmal reparieren oder eine Trekkingzelt von Freunden leihen kannst. Sollte dies nicht möglich sein, dann versuche, das Stück deiner Träume gebraucht zu finden.

3

Proviant für unterwegs selber machen

Um Verpackungsmüll zu sparen kannst du deine Wandersnacks ganz einfach selbst zubereiten. Dazu wirfst du einfach einen Teil Nüsse/Kerne, einen Teil Haferflocken, zwei Teile Trockenfrüchte deiner Wahl und einen Esslöffel Honig oder Ahornsirup in den Mixer, hackst alles klein und formst walnussgroße Energiebällchen daraus. Fertig ist der Powersnack genau nach deinem Geschmack! Die Bällchen kannst du auch prima auf Vorrat zubereiten und einfrieren.

4

Nimm (nicht nur) deinen Müll wieder mit nach Hause

Ich habe immer einen kleinen Müllbeutel am Rucksack hängen, in dem ich meine eigenen Abfälle aufbewahren und zum nächsten Mülleimer transportieren kann. Dazu gehören übrigens auch Obstschalen und Toilettenpapier. Besonders die Schalen von Südfrüchten sind häufig voll von Pestiziden, die in der Natur nichts zu suchen haben, und verrotten sehr viel langsamer als wir oft denken. Zudem funktioniert das mit dem Müll wie mit dem Geschirrspüler. Liegt schon was da, ist es leichter, einfach was dazuzulegen, statt alles ordentlich wegzupacken. Ich habe mir außerdem angewöhnt, einen Pausenplatz sauberer zu verlassen, als ich ihn vorgefunden habe und stecke deshalb immer auch ein wenig Fremdmüll mit ein.

Bloggerin Anne von Little Red Hiking Rucksack Nachhaltigkeit beim Wandern

Über Anne

Bloggerin von Little Red Hiking Rucksack

Auf Annes Blog geht es ums Wandern und Entdecken. Ihr Blog soll dich inspirieren, selbst deinen Rucksack zu packen und einfach loszugehen. Auch die Themen "Nachhaltigkeit" und "Ernährung" liegen ihr besonders am Herzen: so findest du neben Tourenberichten auch Tipps zu nachhaltigem Wandern sowie selbstgemachtem, ultraleichten Trekkingessen.

littleredhikingrucksack.de
@little_red_hiking_rucksack

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