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Als erstes Thema des Einkaufsberaters von CAMPZ bieten wir Ihnen kompetente Schlafsackberatung. Viel Spaß beim Testen!
Einkaufsberater Schlafsack
Was ist der richtige Schlafsack für mich?
Es gibt keinen Schlafsack, der für alle Abenteuer geeignet ist. Es macht einen großen Unterschied, ob Sie sich auf den Weg in den eiskalten Norden, zum Campen an die Ostsee oder von Hütte zu Hütte in den Bergen aufmachen. Ein Schlafsack ist Ihr wärmendes Fell gegen die kalte Nacht und ersetzt bestmöglich Ihr gemütliches Bett zu Hause. Ihr Schlafsack ist außerdem auch Ihr einziger Rückzugsraum, um sich nach einer anstrengenden Etappe nicht nur körperlich zu erholen, sondern auch mal mit den Gedanken ganz allein bei sich zu sein. Um zu verstehen, welcher Schlafsack für Sie der beste ist, gibt Ihnen CAMPZ hier eine kleine Einführung in die große Welt der Schlafsäcke. Sie wissen schon Bescheid und möchten gleich los-shoppen? Dann nichts wie rein in unseren großen Schlafsack Shop.
1. Was steht alles auf dem Etikett?
Materialkunde – Die Füllung
Kategorie: Daunenschlafsack
Der große Vorteil eines Daunenschlafsacks ist sein hervorragendes Schlafklima. Bei klaren Nächten unterm Sternehimmel ist ein Schlafsack voller Daunen ein wahrer Traum. Eine Daunenfüllung reduziert das Gewicht auf ein federleichtes Minimum und lässt das Packmaß zusammen schrumpfen. Er ist keine Anschaffung für ein paar Ausflüge, sondern eine Investition über mehrere Saisons.
Die Daunen sind der der Brustflaum einer Gans oder Ende. Anders als Federn haben Daunen keinen Stil. Durch die viele Verästelungen wird die Luft in den Daunen gebunden, so dass keine Zirkulation zwischen dem Körper und der äußeren Umgebung stattfindet. Deshalb ist das Schlafklima so schön, im Sommer schützt die Isolation vor zu viel Hitze und im Winter vor Kälte.
Hochwertige Daunenschlafsäcke sind mit den großen, sehr dichten Gänse-Daunen gefüllt. Entendaunen schaffen zwar nicht ganz die Bestwerte, die die Gänsekollegen vorlegen sind aber dafür oft günstiger. Üblich ist eine Mischung aus 90% Daunen, die den Schlafsack bauschen und ihn flauschig machen und 10% Federn für die Stabilität. Wichtiger als das Mischverhältnis ist allerdings die Qualität der Füllung. Die Qualität hängt von mehreren Faktoren rund um die Gans ab. Wurde sie im Freien oder doch nur im Stall gehalten? Wenn die Gans alt geworden ist, sind Ihre Daunen besser. Wurde sie im Frühjahr gerupft, wenn die Daunen am stärksten sind oder im Herbst? Womit wurde sie gefüttert und natürlich sollte sie aus einem kalten Gebiet kommen. Die Qualität der Daunen wird im sogenannten Fillpower Wert gemessen und in ciun (cubic inches) angegeben. Dieser Wert führt an wie sich das Volumen einer Unze Daunen aufbauscht, nachdem diese mit 100 Gramm zusammengepresst wurde. Bei günstigen Daunenschlafsäcken liegt der Fillpower Wert um die 450 ciun, bei höherwertigen Modellen um die 650 ciun.
Daunenschlafsäcke kosten zwar etwas mehr als Schlafsäcke aus Kunstfasern, haben aber bei richtiger Pflege eine viel längere Lebensdauer ohne dabei ihre Isolationsfähigkeiten zu verlieren. Das Material ist allerdings schon etwas zimperlich. Die Daunen nehmen über Nacht die Feuchtigkeit des Körpers auf und müssen deshalb am Morgen unbedingt gelüftet und getrocknet werden.
Achtung: Bei anhaltender Nässe sind Daunen ein Totalausfall. Die Daunen verklumpen und verlieren Ihre Isolierungsfähigkeit.
Kategorie: Kunstfaserschlafsack
Mit Kunstfaserschlafsäcken sind Sie im klaren Vorteil, wenn es auf der Reise kalt und feucht wird. Ein Schlafsack mit Kunstfasern ist resistenter. Kunstfasern lassen sich auch im nassen Zustand nichts anhaben, isolieren noch immer die Kälte und verklumpen nicht. Im Gegensatz zum Naturprodukt Daune sind Kunstfasern nicht so empfindlich, aber auch nicht so kuschelig.
Mit den Kunstfasern ist Polyester gemeint. Die Oberfläche von Polyester ist rau und voller Häkchen. Damit sich diese Häkchen nicht ineinander verkeilen, sondern schön „fliegen“ werden sie mit Silikon beschichtet. Umso aufwendiger dieser Prozess ist, desto besser die Qualität des Kunstfaserschlafsacks. Deshalb liegt in nicht ohne Grund eine große und berechtigte Preisspanne zwischen einfachen Discountermodellen und hochwertigen Schlafsäcken bekannter Marken. Die Verarbeitung von Kunstfasern ist aber insgesamt einfacher und schneller, deshalb sind Kunstfaserschlafsäcke unterm Strich meist auch etwas günstiger.
Kunstfaserschlafsäcke, die sehr tiefe Temperaturbereiche knacken sollen, sind meist mehrlagig. Das ist aber auch der Nachteil von Kunstfaserschlafsäcken. Sie brauchen ein größeres Packmaß und mehr Gewicht für weniger Isolation als ein knautschfähiger Daunenschlafsack.
Temperaturbereiche
Der Temperaturbereich umfasst eine Spanne von drei Werten, die oft als Diagramm auf dem Schlafsack zu finden sind. Seit 2005 gibt es ein einheitliches Verfahren mit dem die Isolationswerte überprüft und so über alle Hersteller hinweg vergleichbar werden.
Dieser DIN-genormte Wert wird jedoch an einer Norm-Frau (25 Jahre, 60 kg, 160 cm) und einem Norm-Mann (25 Jahre, 70 kg, 1,73 m) ermittelt. Es ist daher gut möglich, dass Sie aus der Reihe fallen. Je nachdem, ob Sie zur Frostbeule neigen oder von Natur aus ganz gut isoliert sind, variiert der Temperaturbereich bei jedem Menschen individuell. Planen Sie am besten immer ein paar Grad Reserve ein.
Komforttemperatur »T comf«: Die Komforttemperatur ist Ihr wichtigster Orientierungswert beim Kauf eines Schlafsackes. In diesem Temperaturbereich sollten die optimistisch kalkulierten Nachttemperaturen Ihres Reiseziels liegen.
Grenztemperatur »T lim«: Wie der Name schon sagt, endet hier der der empfohlene Einsatzbereich Ihres Schlafsacks. Selbst wenn die Temperaturen über einen längeren Zeitraum am Grenzbereich kratzen, können Sie noch bequem und sorglos ein paar Nächte darin schlafen. Helfen Sie jedoch mit guter Funktionsunterwäsche nach.
Extremtemperatur »T ext«: Nehmen Sie das Wort „extrem“ ernst. In diesem Temperaturbereich schlafen bzw. „leiden“ Sie unter starker Kältebelastung und gehen das Risiko einer Unterkühlung ein. Reizen Sie die Extremtemperaturen Ihres Schlafsacks nicht aus. Dieser Wert ist keine Empfehlung, sondern eine Warnung: Ab hier wird es wirklich kritisch.
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2. Was haben Sie denn vor?
Wenn man über Schlafsäcke spricht, muss man über das Wetter reden. Der schnellste Weg sich zu entscheiden führt über die drei grundlegendenden Kategorien: 3-Jahreszeiten, Sommer, Winter. Der Rest ist dann nur noch eine Gradwanderung.
(Fast) Alleskönner – 3 Jahreszeiten Schlafsäcke
Für einen traumhaften Schlaf von 5 bis 15 Grad
Mit einem Schlafsack für 3 Jahreszeiten machen Sie für eine „normale“ Trekkingtour und im Campingurlaub alles richtig. Bis 5 Grad unter null sind Sie definitiv perfekt eingepackt. Je nachdem ob Sie ans Mittelmeer oder nach Skandinavien fahren, sollten Sie natürlich auf den Temperaturbereich achten und variieren.
An Details erkennen Sie durchdachte Konzepte und Qualität. Die Kapuze sollte sich angenehm zusammenziehen lassen. Ein Wärmekragen ist in dieser Kategorie mitunter schon sinnvoll, damit die Wärme nicht entweicht. Auch ein abgedeckter Reißverschluss zeigt, dass sich der Hersteller Gedanken gemacht hat.
Ob ein Mumienschlafsack oder doch lieber in Deckenform macht bei einem 3-Jahreszeiten Schlafsack noch keinen großen Unterschied, auch wenn die Mehrheit schon hier zur Mumienform greift. Aber entscheiden Sie nach Bauch- und Schlafgefühl! Wenn Ihre bessere Hälfte mit in den Campingurlaub kommt, lohnen sich natürlich Schlafsäcke, die man ineinander zippen kann.
Wenn es doch eher kälter wird – der Winterschlafsack
Nichts lässt Sie kalt unter 5 Grad!
Winterschlafsäcke schaffen mitunter extreme Temperaturbereiche bis zu minus 35 Grad. Dafür sind Sie auf Isolierung und Wärmespeicherung bis ins Detail optimiert. Ein Wärmekragen ist Standard und der Fußraum meist extra verstärkt. In der Form sind fast nur noch Mumienschlafsäcke zu finden, weil sie sich an den Körper schmiegen und keine kalten Luftkammern entstehen lassen.
Ob der Winterschlafsack mit Daunen oder Kunstfasern gefüllt ist, hängt von der Feuchtigkeit ab, der Sie ihn aussetzen. Ein Winterschlafsack mit Daunen ist kleiner, leichter und gemütlicher, Kunstfasern sind jedoch unempfindlicher auf Feuchtigkeit.
Für warme Sommernächte - der Sommerschlafsack
Sonne, Sand und mehr als 15 Grad
Wer nach einem warmen Tag am Strand schläft, nur einen dünnen Schlafsack für das Wohnmobil sucht oder in richtig warme Ecken reist, wird mit einem Sommerschlafsack glücklich. Wärmeisolierung ist bei diesen Schlafsäcken nicht unwichtig, aber zweitrangig.
Sommerschlafsäcke sind nicht selten deckenförmig, um mehr Platz und Komfort zu haben. Oft läuft der Reißverschluss komplett um den Schlafsack herum, damit er sich zu einer Decke öffnen lässt, wenn es einfach zu warm ist. Manche benutzen auch nur ein Inlet im Sommer als Schlafsack.
Eine Sonderform des Sommerschlafsacks ist der Hüttenschlafsack, der bei einer Hüttentour in den Bergen Pflicht ist. Da Almen und Hütten nicht immer über Strom und fließendes Wasser verfügen, wäre es ein großer Umstand Bettwäsche in den Hütten zur Verfügung zu stellen. Als Kompromiss, kamen die Hüttenschlafsäcke auf, die man einfach selbst mitbringt. Die meisten Hüttenschlafsäcke sind aus Fleece oder Baumwolle, bieten kaum Isolierung, wiegen aber auch fast nichts.
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3. Background
Die Form
Deckenschlafsack
Ein Deckenschlafsack ist quadratisch und hat keine Kapuze, zumindest keine, die man effektiv zusammen ziehen kann. Im Deckenschlafsack ist die Bewegungsfreiheit so groß, es fühlt sich fast ein bisschen wie zu Hause im eigenen Bett an. Er wird wohl nie ein High-End Schlafsack werden, dafür ist ein Deckenschlafsack einen Tick zu schwer und zu groß. Und auch wenn er nie so warm wie ein Mumienschlafsack sein wird, ist die Bewegungsfreiheit sein großer Pluspunkt.
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Mumienschlafsack:
Der Mumienschlafsack wirkt wie an den Körper gewickelt, weil er sich an die Form des Körpers anschmiegt. Deshalb ist er der König der Wärmeisolierung!
Im Mumienschlafsack fühlen sich jedoch manche eingeengt. Die Bewegungsfreiheit ist tatsächlich nicht enorm. Als Alternative tritt ab und zu die Eiform auf, wenn man am besten in Embryonalstellung schläft und die Knie am liebsten bis zur Nase anwinkelt.
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Kurz: Deckenform für den Komfort und Mumie für die Isolierung!
Reißverschluss: links oder rechts?
Ein Klassiker für Missverständnisse ist die Seite für den Reißverschluss.
Der Gedanke ist clever. Rechtshänder sollen mit dem rechten Arm zur linken Seite greifen und den Schlafsack zuziehen, Linkshänder zur rechten Seite. Kauft man einen Schlafsack mit dem Reißverschluss auf der verkehrten Seite, zuppelt man mit dem rechten Arm auf der rechten Seite umständlich den Verschluss nach oben.
Also: Reißverschluss links für Rechtshänder. Reißverschluss rechts für Linkshänder.
Inlet und Biwak
Verwenden Sie ein Inlet, am besten aus Seide! Ein Inlet fühlt sich nicht nur super auf der Haut an, sondern schenkt Ihnen auch ein paar Grad in der Isolierung. Außerdem ist ein Inlet hygienischer, denn es lässt viel leichter waschen.
Biwak ist ein Überzug über den Schlafsack, der zusätzlich vor Nässe und Kälte schützen soll. Sie haben jedoch den Nachteil, dass sich oftmals Kondenswasser bildet. Vor allem Daunenschlafsäcke reagieren empfindlich auf diese Feuchtigkeit. Ein Biwak ist eine Notlösung und macht nur Spaß, wenn er tagsüber gelüftet werden kann.
Besser Inlet verwenden!
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Schlafsack Pflege
Ihr Schlafsack mag die Waschmaschine nicht!
Unterwegs sollte der Schlafsack – egal ob Daune oder Kunstfaser- morgens ausgeschüttelt und gelüftet werden. Packen Sie ihn also nicht sofort nach dem Aufstehen ein. Seien Sie ruhig ruppig. Der Schlafsack wird in den Kompressionssack gestopft, also Mut zum wilden Drücken. Bloß nicht rollen oder fein säuberlich falten. Wer den Schlafsack immer gleich knickt erzeugt Bruchstellen im Futter.
Zu Hause lagern Sie den Schlafsack am besten offen und halten ihn nicht über Wochen oder Monate im Kompressionssack gefangen.
Wenn der Schlafsack aber wirklich vor Dreck steht und kein Weg an der Maschine vorbei geht, dann waschen Sie ihn bei 30 Grad, werfen einen Tennisball mit in die Trommel und waschen ganz, ganz schonend. Und bitte: Schlafsackwaschmittel verwenden. Ein Schlafsack ist sehr sensibel. Kunstfaserschlafsäcke trocknen relativ schnell. Der Daunenschlafsack möchte bitte während des Trocknens regelmäßig aufgeschüttelt werden.
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